Die Sache mit den Geschenken

Das mit dem Schenken ist so eine Sache. Oft fällt es uns besonders bei den Menschen, die uns am Nächsten stehen, schwer, ein Geschenk zu finden. Das liegt vielleicht daran, dass wir wissen, was sie bereits alles haben oder daran, dass wir uns bei unseren Lieblingsmenschen mit nicht weniger als dem perfekten Geschenk zufrieden geben wollen.

Und dann sind da ja auch noch die unterschiedlichen Typen, die nach Geschenken suchen. Es gibt diejenigen, die einfach das erste schöne Stück, das ihnen in die Hände fällt kaufen, und diejenigen, die ewig grübeln, von Laden zu laden oder Onlineshop zu Onlineshop streifen und wieder zurück, weil sie unsicher sind, welches das richtige Geschenk ist. Manche Menschen kaufen einfach, was sie selbst schon immer einmal haben wollten, andere verlieren auf der Suche die Nerven und enden mit einem ‚Ich kauf das jetzt einfach‘ und einer Notlösung an der Kasse, nur um dem Stress ein Ende zu bereiten. Ich gebe zu, es ist schwierig, zwischen dem eigenen Geschmack und dem der Lieblingsmenschen zu unterscheiden, unter Umständen Geld für etwas auszugeben, das uns selbst so gar nicht gefällt. Aber darum geht es beim Schenken schließlich, oder? Anderen eine Freude zu machen und nicht darum, uns selbst zufrieden zu stellen.

Mit dem passenden Geschenk zeigen wir, dass wir hinschauen, zuhören, aufmerksam sind, darüber nachdenken, was unsere Lieblingsmenschen sich wünschen oder sogar brauchen. Und das muss nichts Teures oder aufwendig zu Beschaffenes sein. Es muss nur passen. Wenn unser Herzmensch sich darüber beklagt, dass wir zu wenig Zeit mit ihm verbringen, kann eine gemeinsame Aktivität viel mehr Wert sein als teure Technik. Gleiches gilt natürlich für Freunde und Familie. Leider sind wir oft so sehr mit unserem Alltag beschäftigt, dass wir nicht mehr hinschauen, was andere benötigen könnten. Oder aber uns fällt schlichtweg nichts ein, weil heute viele von uns einfach kaufen, was sie brauchen, genau dann, wenn sie es brauchen. Zum Schenken bleibt da nicht viel Raum. Aber vielleicht ist genau das eine Anlass dafür zu überdenken, wie wir anderen eine Freude machen können. Eventuell müssen wir abrücken von der Idee, dass wir das ganz große einzigartige Geschenk zu jedem Anlass finden und uns auf kleine Dinge, Besonderheiten, Erlebnisse konzentrieren. Auch das ist nicht immer leicht. Ein Konzert, ein Besuch in einem angesagten Restaurant, ein gemeinsames Picknick, etwas Selbstgemachtes, ein Fotoalbum, ein Jahresvorrat an Kuchen und Plätzchen, einiges ist naheliegend und fällt uns im Handumdrehen ein, über anderes müssen wir länger nachdenken und uns mit der Person, die wir beschenken wollen, beschäftigen. Unter Umständen müssen wir sogar über unseren Schatten springen und ein Konzert besuchen, dessen Musik nicht unsere liebste ist, zum Italiener gehen, obwohl wir lieber griechisch essen, den Kochlöffel schwingen, obwohl das nicht zu unseren Stärken gehört. Aber der Lohn, den wir dafür bekommen, die Freude unserer Lieblingsmenschen, ist jede Mühe wert, oder?

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