Unveränderlich

What we find in a soul mate is not something wild to tame, but something wild to run with (Robert Brault)

Als ich dieses Zitat bei Instagram entdeckt habe, wusste ich sofort, darüber möchtest Du schreiben. Der Screenshot war schnell gemacht, aber genauso schnell vergessen. Erst jetzt – viel später -habe ich ihn wiederentdeckt und finde die Worte immer noch genauso wahr und großartig wie beim ersten Lesen.

Wie oft hören wir Klagen darüber, dass der Lieblingsmensch einer Freundin nicht oft genug mit ins Theater will oder zur Abwechslung mal ein Buch lesen sollte, statt fernzusehen. Die Liste lässt sich ewig weiterführen und wir selbst ertappen uns sicher auch hin und wieder bei ähnlichen Gedanken. Was also ist falsch daran?
Erinnern wir uns an die ersten Momente, an die Verliebtheit, das Kribbeln im Bauch, damals war uns er Herzmensch perfekt, vielleicht nicht in den Augen anderer, aber perfekt für uns. Sonst hätten wir uns schließlich nicht verliebt. Was hat sich seither geändert? Unser Herzmensch oder unsere Ansprüche an ihn? Hat er früher mehr gelesen? Ist er öfter ins Theater gegangen? Nein? Warum also jetzt? Warum sind wir nicht mehr zufrieden mit demjenigen, den wir gewählt haben? Das Leben verändert uns und wir wachsen und entwickeln uns weiter. Nicht immer in die gleiche Richtung wie unser Gegenüber. Wir leben uns auseinander, das kann passieren, muss es aber nicht. Wenn wir festhalten, was uns wichtig ist, den Menschen an unserer Seite, von Beginn an. Ihn schätzen und würdigen, für das was er ist, und ihn nicht verurteilen, weil er nicht werden will, zu was wir ihn formen wollen, dann halten wir zusammen, egal, was kommt. Die Anforderungen des Alltags lassen uns schnell vergessen, warum wir uns damals verliebt haben, warum wir den freiheitsliebenden Künstler dem zuverlässigen Banker vorgezogen haben. Warum also nun den Künstler in einen 5 to 9 Job zwingen wollen? Weil wir das Geld für ein Haus brauchen? Für die nächste Reise, für ein neues Auto? Ist es das wirklich wert, wenn wir im Austausch dafür unserem Herzmenschen dabei zusehen, wie er sein Feuer verliert, seine Freude am Job? Wenn er verliert, was ihm wichtig ist, um uns zufrieden zu stellen? Ich denke nicht. »Wir alle müssen irgendwann einmal erwachsen werden«, heißt es. Müssen wir das? Wenn wir die Freiheit lieben und den Menschen an unserer Seite. Wenn wir unser Leben leben, unser Ding machen, ohne andere damit zu stören, warum sollten wir damit aufhören, nur weil wir älter werden?

 

Wenn wir anders sind, können wir es auch bleiben, wir brauchen uns nicht zu ändern, anzupassen an ein Vorbild, das wir früher nicht hatten. Und wir brauchen unseren Herzmenschen nicht dazu zu drängen, ein anderer zu werden, kultivierter, sportlicher oder seriöser. Denn was ist, wenn er unserem Wunsch folgt und plötzlich dieser andere ist? Jemand, den wir nicht wiedererkennen, in den wir uns nie verliebt hätten. Dann haben am Ende beide verloren. Menschen lassen sich nicht in Formen pressen, zumindest nicht, wenn wir wollen, dass sie glücklich sind. Und für die Liebe gilt dasselbe. Sie will nicht geformt werden, einem Muster gebeugt oder reglementiert werden.

Die Liebe ist, wie sie ist, wild, ungestüm, manchmal ruhig und besonnen, aber immer frei und einzigartig.

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