Was Frauen und Mädchen niemals tun sollten

Als ich die Überschrift „Was Mädchen niemals tun sollten“ über einem Artikel las, wollte ich zunächst weiterscrollen, weil ich eine Abhandlung darüber, dass Mädchen keine Make-up  und keine kurzen Kleider tragen und nicht alleine auf die Straße gehen sollten, erwartet habe. Geklickt habe ich trotzdem und tatsächlich verbargen sich hinter dem Artikel Ratschläge einer Mutter an ihre Tochter. Toni Hammer veröffentlichte diese 13 Punkte zunächst auf ihrer Facebookseite und schließlich aufgrund der großen Nachfrage etwas ausführlicher als eBook unter dem Titel „Be brave and Bold and Beautiful“. Mit der Länge von Röcken haben ihre Ratschläge nichts zu tun, genauso wenig wie mit der tiefe des Ausschnitts oder der Menge an Make-up. Vielmehr geht es darum, Selbstbewusstsein zu entwickeln. Ihre Ratschläge lassen sich nicht nur auf junge Mädchen oder Teenager anwenden, nein, sie gelten genauso für erwachsene Frauen und auch Männer. Es ist längst Zeit, alte Verhaltensmuster aufzubrechen.

Don’t apologize when someone else bumps into you.

Don’t say „sorry to be such a pain.“ You’re not a pain. You’re a person with thoughts and feelings who deserves respect.

Don’t make up reasons as to why you can’t go out with a guy you don’t wanna go out with. You don’t owe anyone an explanation. A simple „no thanks“ should be acceptable.

Don’t overthink what you eat in front of people. If you’re hungry, eat, and eat what you want. If you want pizza, don’t get a salad just because other people are around. Order the damn pizza.

Don’t keep your hair long to make someone else happy.

Don’t wear a dress if you don’t want to.

Don’t stay home because you don’t have anyone to go out with. Take yourself out. Have experiences by yourself and for yourself.

Don’t hold back your tears. Crying means you’re feeling something that needs to get out. It’s not a weakness. It’s being human.

Don’t smile because someone told you to.

Don’t be afraid to laugh at your own jokes.

Don’t say „yes“ to be polite. Say „no“ because it’s your life.

Don’t hide your opinions. Speak up and speak loudly. You should be heard.

Don’t apologize for being who you are. Be brave and bold and beautiful. Be unapologetically you.

  • „Entschuldige Dich nicht, wenn jemand anders Dich anrempelt.“ Klingt logisch, wozu sollten wir uns entschuldigen, wenn wir keine Schuld tragen und dennoch haben viele von uns verinnerlicht, dass eine unangenehme Situation am leichtesten aufzulösen ist, wenn wir uns entschuldigen. Das führt allerdings im schlimmsten Fall dazu, dass wir uns selbst zum Sündenbock machen und am Ende selbst nicht mehr genau wissen, ob wir an der Situation schuld waren oder eben nicht.
  • „Sag nicht ‚Entschuldigung, dass ich so eine Nervensäge bin.‘ Du bist keine Nervensäge. Du bist eine Person mit Gedanken und Gefühlen, die Respekt verdient.“ Frauen können nerven, richtig? Sie reden und reden und reden, und dann haben sie auch noch Angst, alleine auf den Speicher zu gehen oder eine Spinne nach draußen zu befördern. Na und? Menschen, die uns nicht mögen oder eben nervig finden, sollten wir aus unserem Leben streichen, statt uns dafür zu entschuldigen, wer wir sind.
  • „Erfinde keine Ausreden, warum Du nicht mit einem Jungen ausgehen kannst, mit dem Du nicht ausgehen möchtest. Du schuldest niemandem eine Entschuldigung. Ein einfaches ‚Nein, danke‘ sollte ausreichen.“ Auch so eine Tendenz, die wir haben. Die Gefühle anderer zu schonen. Dabei ist ein einfaches Nein keine Beleidigung, sondern schlicht und einfach die Antwort auf eine Frage. Solange wir den Fragesteller nicht auslachen oder die Absage mit einem beleidigenden Kommentar verbinden, ist das Nein vollkommen in Ordnung und vielleicht sogar höflicher als eine erfundene Ausrede.
  • „Denk nicht darüber nach, was Du in Anwesenheit anderer Leute isst. Wenn Du Hunger hast, iss – und iss, was Du möchtest. Wenn Du Lust auf Pizza hast, bestell dir keinen Salat, nur weil andere Menschen dabei sind. Bestell die verdammte Pizza.“ Zum Glück bin ich in Bezug auf diesen Punkt absolut kompromisslos. Ich esse, was ich möchte und esse außerdem niemals, was ich nicht essen will.
  • „Trage deine Haare nicht lang, nur um jemand anderen glücklich zu machen.“ Dem möchte ich hinzufügen: „Und trage Deine Haare so lang, wie Du möchtest und färbe sie in der Farbe, die Dir gefällt, selbst wenn das Grün oder Pink ist.“
  • „Trage kein Kleid, wenn Du nicht möchtest.“ Auch hier würde ich gerne etwas ergänzen: „Und trage ein Kleid oder einen Rock, wann immer Du möchtest. Menschen, die finden, Du zeigst zu viel Bein, sind selbst das Problem, nicht die Länge Deines Kleides.“
  • „Bleibe nicht zu Hause, nur weil du niemanden hast, der mit dir ausgeht. Geh mit dir selbst aus. Mache Erfahrungen mit dir selbst und für dich selbst.“ Auch wenn viele von uns sich vielleicht nicht wohl dabei fühlen, allein in ein Restaurant zu gehen, die Alternative wäre doch auf ein gutes Essen zu verzichten, nur weil wir Single sind. Das beraubt uns einer schönen Erfahrung. Außerdem tut Alleinsein gelegentlich richtig gut.
  • „Halte Deine Tränen nicht zurück. Weinen bedeutet, dass du etwas fühlst, das raus muss. Es ist keine Schwäche zu weinen. Es ist menschlich.“ Ich weiß nicht, woher die Ansicht kommt, Weinen sei ein Zeichen von Schwäche. Vielleicht weil Jungs seit Jahrhunderten eingebläut bekommen, dass echte Männer nicht weinen? Das ist natürlich Schwachsinn, genauso wie die Ansicht, dass Frauen ihre Tränen nutzen, um Männer emotional zu erpressen. Der Körper baut mit den Tränen Stresshormone ab, so einfach ist das und deshalb ist Weinen, nicht nur menschlich, sondern befreiend.
  • „Lächle nicht, nur weil jemand zu dir sagt, du sollst lächeln.“ ‚Lach doch mal‘, wie sehr geht mir dieser Satz immer wenn ich ihn an mich oder jemand anderen gerichtet höre auf die Nerven. Warum sollten wir lachen, wenn wir uns nicht danach fühlen? Damit andere so tun können, als sei mit uns alles in Ordnung oder als seien wir fröhlich, obwohl wir es nicht sind. Auch das ist das Problem der anderen nicht unseres. Ach, und noch etwas zum Thema Lächeln: „Lächle nicht, wenn Du Dich unwohl in einer Situation fühlst, sondern äußere Deine Meinung oder entziehe Dich der Situation.“ Wenn Frauen, belästigt oder beleidigt werden, haben sie die Tendenz zu lächeln, statt sich zu wehren. Das ist nicht nur ungesund, sondern wiegt unser Gegenüber auch in der Sicherheit, dass er weiterhin mit diesem Verhalten durchkommt. Wenn Ihr Euch nicht wehren könnt oder wollt, verlasst einfach den Raum.
  • „Hab keine Angst, über Deine eigenen Witze zu lachen.“ Ich weiß nicht, ob dieser Ratschlag weltverändernd ist, aber er schadet nicht, genauso wenig wie die Fähigkeit, über sich selbst zu lachen – an der ich ständig arbeiten muss.
  • „Sag nicht ‚ja‘ nur um höflich zu sein. Sag ’nein‘, weil es Dein Leben ist.“ So wahr und für jeden von uns wichtig. Die Stunden, Tage, Wochen, die wir damit verbringen, etwas zu tun, was wir nicht tun wollen, bekommen wir niemals zurück. Und oft wissen diejenigen, denen zum Gefallen wir bei etwas mitmachen, unsere Geste nicht einmal zu schätzen. Also: Aufhören, gefällig zu sein, loslassen und tun, was uns wichtig ist.
  • „Halte Deine Meinung nicht zurück. Sprich sie laut aus. Du sollst gehört werden.“ Wenn ich jedes Mal Geld dafür bekommen würde, wenn jemand mich dafür rügt, dass ich meine Meinung sage, wäre ich reich. Eine eigene Meinung zu haben, ist nicht unhöflich anderen gegenüber und es ist auch nicht besser, den Mund zu halten, damit keine Diskussion entsteht. Wenn wir alle früher gegen das Geschrei und Gehetze aufbegehrt und unseren Widerspruch kundgetan hätten, wäre das negative Getöse niemals so laut geworden, wie es heute ist.

„Entschuldige Dich nicht dafür, wer du bist. Sei mutig und unerschrocken und wundervoll. Sei kompromisslos du selbst.“

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