Zettelwirtschaft

Plott, writerslife, arbeit

Normalerweise plotte ich nicht, wenn ich schreibe. Jede meiner Geschichten beginnt mit der Idee von einem Anfang und einem Ende und den Weg dazwischen gehen die Protagonisten ganz allein. Das Einzige, was ich tun muss, ist, ihnen dabei zuzusehen und ihre Geschichte aufzuschreiben. Normalerweise.

Leider wollen Lili und Max sich nicht an diese Vorgehensweise halten. So gar nicht. Einige Szenen fliegen mir zu, während andere dringend benötigt werden, aber nicht aus meinen Fingern fließen wollen. Manchmal könnte ich schreien oder heulen, hysterisch lachen oder einfach aufgeben. Würde ich gerne, mache ich aber nicht. Stattdessen schreibe ich die Szenen nun so, wie sie mir einfallen. Unordentlich, ohne Übergänge, dafür jedoch mit ausreichend Inspiration. Und das ist eine gute Sache. Schlecht ist, dass sie verschwinden. Nicht aus meinem Kopf, aber in den Untiefen meiner Dateiablagen. Die Lösung ist einfach, wenn auch altmodisch. Zettelwirtschaft. Jede fertige Szene bekommt einen Post-it und eine Nummer, ist sie eingearbeitet, verschwindet der Zettel. Logisch. Das ist nicht plotten, ich weiß, das ist sortieren. Und doch werde ich echtem Plotten wohl nie näher kommen. Meine Figuren sind wie beste Freunde. Ich kenne sie gut, sehr sogar, aber ich kann nicht vorhersehen, wie sie sich verhalten werden. Ich konnte nicht ahnen, dass Max Lili küssen würde, obwohl sie sich eben noch gestritten haben. Hätte ich ihre Geschichte vorab geplant, wäre der Kuss wohl nicht passiert und das wäre doch schade.

…Nicole

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