Das tue ich für Dich, obwohl ich es nicht mag

Das tue ich für Dich, obwohl ich es nicht mag, ist eine Frage in meinem Herztage Kalender. Über meine Antwort brauche ich nicht nachzudenken: Skifahren. Ich finde Skiurlaub toll. Den Schnee, die Sonne, die klare Luft, die Hütten, einfach die ganze Atmosphäre. Nur das Skifahren an sich finde ich furchtbar. Weil ich untalentiert bin und auch nach unzähligen Jahren keine gute Fahrerin bin und weil ich Angst habe, mich wieder zu verletzen. Trotzdem fahre ich jedes Jahr nicht nur in den Skiurlaub, sondern auch Ski, weil mein Herzmensch talentiert ist und riesigen Spaß daran hat. Ihr könntet jetzt sagen, dann lass ihn fahren und wandere stattdessen oder leih dir einen Schlitten. Das könnte ich tun, aber dann wären wir im Urlaub den Großteil des Tages getrennt und das ist zumindest für mich nicht der Sinn eines gemeinsamen Urlaubs. Deshalb fahre ich Ski, meinem Herzmenschen zuliebe und vielleicht ein kleines Bisschen in der Hoffnung irgendwann doch noch ein verstecktes Talent zu entdecken.

„Ich lass für dich das Licht an obwohl’s mir zu hell ist.
Ich hör mit dir Platten, die ich nicht mag.“ (Revolverheld)

So ist das mit der Liebe, manchmal tun wir Dinge, obwohl wir sie nicht mögen und niemals tun würden, wenn wir nicht in dieser Beziehung wären. Solange es um Hobbys oder Musik, den Filmgeschmack oder ein Restaurant geht, ist das auch kein Problem. Schwierig wird es nur, wenn die Dinge, die wir tun, obwohl sie nicht unserem Naturell liegen, lebensverändernd sind wie zum Beispiel Kinder, eine Hochzeit, der Umzug in einer andere Stadt oder sogar ein anderes Land. Dann wird aus einem Gefallen an den Lieblingsmenschen, Selbstaufgabe, ein fauler Kompromiss, der unweigerlich zu Unmut, wenn nicht Unglück führt. Ein Streit ist auf jeden Fall vorprogrammiert und spätestens dann fallen Sätze wie „Ich bin für dich umgezogen, dann kann ich mindesten erwarten, dass …“ Daher sollten wir vorsichtig sein, was wir für unseren Herzmenschen, ja für alle Lieblingsmenschen tun, obwohl wir es nicht mögen. Denn am Ende wiegt unser Unmut schwer auf der Beziehung und zerbricht vielleicht, ohne dass wir es wollen, etwas richtig Gutes.

Ich fahre dieses Jahr wieder in den Skiurlaub, hoffe auf jede Menge gute Laune, Sonnenschein und darauf, dass meine Beinmuskeln die Tortur irgendwie überstehen.

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