Lieb mich, bitte

Wir können niemanden zwingen, uns zu lieben, egal, wie sehr wir uns bemühen, betteln oder bitten. Nicht unsere Freunde, nicht unseren Herzmenschen, nicht einmal unsere Eltern und Geschwister. Wir können festhalten, bis wir keine Kraft mehr haben, aber das ändert nichts an den Tatsachen. Liebe ist ein freiwilliges, ein freies, ein wildes Gefühl. Wir können sie nicht einsperren, wenn sie fliegen, zu neuen Ufern, in neue Welten aufbrechen will. Reisende kann man nicht aufhalten und die Liebe auch nicht. Genauso wenig können wir sie einfangen. Wir können locken und verführen, aber sie muss uns geschenkt werden, ganz ohne Zwang und Tricks. Kaufen können wir Liebe übrigens auch nicht, unabhängig davon, was uns Millionärsromane, Sugar Babys oder die Reichen und Schönen weiß machen wollen. Liebe ist immer nur sie selbst. Frei und ungezähmt. Wir können sie verlieren, wenn wir sie nicht pflegen, sie nicht mit Respekt und Achtung behandeln oder sie vernachlässigen. Sie danach wiederzufinden, wieder neu zu beleben ist ein Kunststück, das nur selten gelingt.

Wir können niemanden zwingen uns zu lieben, egal, wie sehr wir uns diese Liebe wünschen, von unserem Herzmenschen, unserer Familie, unseren Freunden, unabhängig davon, wie viel wir von uns selbst geben, sogar wenn wir geben, bis nichts mehr übrig ist. Wir können weinen, strampeln und schreien, aber das wird uns keine Liebe einbringen, genauso wenig wie Bitten und Flehen. Das höchste der Gefühle, das wir dadurch erreichen, ist Mitleid, vielleicht Ausharren, aber das ist keine Liebe und wird es auch nie werden. Bad Boy Storys erzählen uns etwas anderes, aber das ändert nichts. Wir können schön sein, intelligent, reich, charmant, unterhaltsam, unwiderstehlich, aber Liebe bringt uns das alles nicht ein, wenn die Chemie nicht stimmt, das Miteinander oder auch nur das Gefühl unseres Gegenübers. Das ist nicht unbedingt unsere Schuld, nicht unser Manko, weil wir nicht gut genug sind. Manche Menschen haben keine Liebe zu vergeben, andere wollen es nicht oder haben ihre Liebe an einem anderen Ort, an ein anderes Herz verschenkt. Daran lässt sich nichts ändern, egal wie sehr wir zerren und ziehen. Selbst wenn wir gewinnen, verlieren wir, denn das Bleiben aus Mitleid, aus Pflichtgefühl, aus Gewohnheit oder dem Mangel an Alternativen ist keine Liebe und wird es auch nie werden. Mit weniger sollten wir uns allerdings nicht zufrieden geben. Um unser selbst willen. Wir haben nicht weniger verdient.

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